Vermahlung
Unter Vermahlung versteht man die vorsichtige, wiederholte Zerkleinerung der Getreidekörner und die Trennung der dabei entstehenden Teilchen nach Größe und spezifischem Gewicht. Die Vermahlung des Korns geht stufenweise in sogenannten Passagen vor sich. Jede Passage umfasst die Zerkleinerung mit Mahlwalzen (im Walzenstuhl) und die Trennung des zerkleinerten Materials mit Hilfe von Sieben (im Plansichter) nach der Teilchengröße. Teilchen gleicher Größe, aber unterschiedlichem Gewicht werden durch Luftströme sortiert. Das Prinzip des Produktionsschemas einer Mühle besteht im Hintereinanderschalten mehrerer Passagen. Dabei fällt eine Vielzahl von Zwischenprodukten an, die je nach Schalen- und Mehlgehalt zu den gewünschten Endprodukten wieder zusammengeführt werden.
Im Walzenstuhl befinden sich Mahlwalzen aus geriffeltem Stahl. Diese drehen sich gegenläufig mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.
Im Plansichter werden die aus den Walzenstühlen kommenden Zwischenprodukte nach der Größe ihrer Teilchen getrennt. Der Plansichter ist eine rotierende Maschine, in der etwa 20 Siebe mit unterschiedlicher Maschenweite (von 0,1 mm bis 1 mm) übereinander gestapelt sind. Je nach Größe fallen die Teilchen durch ein Sieb oder werden zurückgehalten.
In den Walzenstühlen werden zuerst beim "Schroten" die Körner mit geriffelten Walzen vorsichtig aufgebrochen, dann beim "Auflösen" die aneinanderhaftenden Mehl- und Schalenteilchen voneinander getrennt und schließlich beim "Ausmahlen" mit glatten Walzen die feinen Mehle erzeugt. Dazwischen wird jedes Mal in den Plansichtern gesiebt.
Die anfallenden Mahlprodukte unterteilt man in:
- Schrot: Sehr grob gemahlene Teile des Korns.
- Grieß: Gröbere Teile aus dem Mehlkörper (0,2 - 0,5 mm Durchmesser). Grieß als Endprodukt fällt nur bei der Weizenvermahlung an, da Grieß aus Roggen nicht kochfest ist.
- Mehl: Feine Teile aus dem Mehlkörper (unter 0,2 mm Durchmesser). Auch im Mehl sind noch feinst vermahlene Schalenteilchen enthalten. Deshalb haben auch helle Mehle einen erheblichen Gehalt an Ballaststoffen.
- Kleie: Schalenteilchen, an denen fast keine Mehlteilchen mehr haften.
Zu einem wichtigen Prozessschritt hat sich in den letzten Jahren das Mischen und Verschneiden unterschiedlicher Mehle entwickelt. Hier bei können auf Kundenwunsch gezielt verschiedene Mehle mit unterschiedlichen Eigenschaften zu einem neuen Mehl gemischt werden. Das ermöglicht es uns unseren Kunden individuelle Produkte zur Verfügung zu stellen.





